Kommunale Netzwerke

Sehr geehrte Kollegen/-innen, sehr geehrte Bürgermeister/-innen,

auch wenn wir keine unnötige Aufregung verbreiten wollen, so ist doch klar, dass die Gemeindeverantwortlichen auf die gegenwärtigen Anforderungen – am ehesten durch ein eigenes örtliches Handlungsprogramm – reagieren sollten. Auch wenn wir uns von Dorf zu Dorf, von Gemeinde zu Gemeinde und von Stadt zu Stadt in unterschiedlichen Ausgangssituationen befinden, so eint uns die Erkenntnis, dass wir die Gestaltungsräume, die uns bleiben, erkennen und durch engagiertes Handeln nutzen müssen.

Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass der bürgerliche und der örtliche Zusammenhalt eine der stärksten Ressourcen ist, um den absehbaren wirtschaftlichen, aber auch sozialen Verwerfungen entgegenzutreten. Wir wissen auch, dass es sehr oft die eher kleinparzelligen Verbindungen – heute nennt man diese auch Netzwerke – sind, die sich stabilisierend zuerst auf die Akteure selbst, dann aber auf die mittleren und größeren Unternehmen und auch anderen Zusammenschlüsse auswirken. Die Fähigkeit zur erfolgreichen Kooperation – im Kleinen wie im Großen – erweist sich zunehmend als zwingend.

Vor dieser Ausgangslage kommt diese Kampagne gerade rechtzeitig. Es gilt, alle Potenziale der Zusammenarbeit im Ökonomischen wie im Sozialen und Kulturellen zu bergen. Hierfür gibt es natürlich auch in Hessen zahlreiche Beispiele, die wir kennen bzw. die wir noch besser kennenlernen wollen und von denen wir anderen lernen sollten. Denn natürlich gilt, dass oftmals das Rad nicht neu erfunden werden muss.

Dass Genossenschaften nicht das Allheilmittel darstellen, ist klar. Dennoch muss anerkannt werden, dass dieses – in den letzten Jahrzehnten eher in den Hintergrund getretene – Wirtschaftsformat offensichtlich gut geeignet ist, zahlreiche der bestehenden Problemlagen zu mildern bzw. gegenwärtig entstehende regionale Wertschöpfungspotenziale – wie im Bereich der Energiewirtschaft – zu bergen. Dabei entstammt diese weltweit geübte Form der Zusammenarbeit ursprünglich dem ländlichen Umfeld.

Natürlich gilt es, heute zeitgemäße Lösungen für das 21. Jahrhundert zu identifizieren, denn wir teilen die Einschätzung der Kampagnenmacher, dass wir in unserem Lebensraum keine provinziellen und rückwärtsgewandten Lösungen zulassen werden, sondern ausschließlich solche, welche unsere Zukunftsfähigkeit sichern.

In diesem Sinn unterstützen wir die Ziele der hier vorgestellten Kampagne auch dadurch, dass wir allen hessischen Bürgermeister/-innen die Möglichkeit geben, die näheren Einzelheiten an Sie zu berichten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Hessischer Städte- und Gemeindebund