„Ich finde die Renaissance des Genossenschaftsmodells bemerkenswert“.
Interview mit Herrn Prof. Dr. Klaus Töpfer
REV: Herr Töpfer, wodurch begründet ist das Thema „Regionale Energieversorgung“ wichtig?
Aus ökonomischen und ökologischen Gründen sind neue Energien nötig. Diese Technologien bringen Arbeitsplätze in die Regionen – so wie es das Beispiel juwi zeigt. Es ist faszinierend zu sehen, wie juwi nach nur 13 Jahren Jahren auf einen Umsatz von 600 Millionen Euro kommt. Erneuerbare Energien sind zudem wichtig für unsere Versorgungssicherheit. Dank dezentraler Technologien kapseln wir uns ab und können so Versorgungsengpässe vermeiden – so wie wir sie beispielsweise im vergangenen Jahr mit Russland erlebt haben.
Die Technologien einer dezentralen Versorgung sind vorhanden. Im Windbereich sind wir jetzt schon so weit, dass Steckdosenpreise geliefert werden können. Der Solarbereich ist allerdings noch nicht soweit.
REV: Sind genossenschaftliche Modelle geeignet, eine Regionale Energieversorgung zu organisieren?
Ich finde hier die Renaissance des Genossenschaftsmodells bemerkenswert. Besonders in Krisenzeiten sind kleine Potenziale so zusammenzuführen. Außerdem fördern genossenschaftliche Organisationen das Gemeinschaftsgefühl in einer Region. Und das bringt Atmosphäre.
REV: Thema Atomkraft - die neue Bundesregierung ist für die Laufzeit-Verlängerung einiger Reaktoren, somit also für eine zentrale Energieversorgung. Bedeutet dies das „Aus“ für dezentrale Energien?
Atomkraftwerke werden von der neuen Bundesregierung als Brückentechnologie betrachtet. Man muss dabei aber auch glaubwürdig sagen, dass diese Technologie zu Ende ist. Also, wer eine Brückentechnologie macht, muss auch sagen, wo die Brücke zu Ende ist. Und dort wo die Brücke zu Ende ist, befindet sich die Baustelle der Erneuerbaren Energien. Mit Kernenergie ist das Klimaproblem sicher nicht zu bewältigen.
REV: Vielen Dank für das Interview, Herr Töpfer!















