1. Internationaler Fachkongress zum Thema Kommunale Kooperation

Das Lumdatal in Aufbruchstimmung zur touristischen Destination

auditoriumGemeinden, Gewerbetreibende, Vereine und Bürger als Tourismus- unternehmer?(!) - Auftaktveranstaltung in Allendorf/Lumda

In einem 2-stündigen Gespräch im Bürgerhaus Allendorf/Lda fand am 8. April 2010 mit rund 80 anwesenden Gästen der 5. Bürger-Roundtable der Initiative“ Kooperatives Mittelhessen“ statt.

Das Lumdatal ist viel zu schön als dass es nur für dessen Bewohner attraktiv ist, lautete sinngemäß das Ausgangsstatement der anwesenden Bürgermeister aus Lollar (Bernd Wieczorek), Rabenau (Kurt Hillgärtner), Staufenberg (Horst Münch) und des gastgebenden Allendorf. Ihr Bürgermeister Horst Hormann eröffnete mit einer Zusammenfassung der bereits seit einigen Jahren vorgetragenen Aktivitäten mit dem Ziel, den Reiz des Tales und dessen Gemeinden als Tourismusregion zu entwickeln. Stellvertretend für seine Kollegen betonte Dr. Bernd Wieczorek, dass alle Gemeinden  gelernt hätten, dass ein erfolgreiches Vorgehen durch einzelne, nicht abgestimmt handelnde Gemeinden des Lumdatals mittelfristig ebenso zum Scheitern verurteilt seien, wie eine unzureichende Einbeziehung der Menschen und Gewerbetreibenden.

Zu dieser Einschätzung sei man bereits vor einiger Zeit gekommen und nun gelte es einen gemeinsamen Plan auf der Grundlage bereits getätigter Vorarbeiten zu ergänzen und vor allem auch, auf den Weg zu bringen. Als Gast im Plenum waren neben Daniela Watzke (Genossenschaftsverband), Matthias Schulz (Rechtsanwalt und Tourismusfachwirt) und der aus dem südhessischen angereiste, erfahrene Regionalmarketingexperte Dr. Karl Eggers.

In seinen Ausführungen wurde rasch deutlich wie wichtig es für das weitere Vorgehen ist, über die Erarbeitung eines tragfähigen Konzeptes, dass möglichst viele Elemente touristischer Aktivitäten integrieren sollte und im idealen Fall auch über „Highlights“ verfügt – dies möglichst früh auch ökonomisch für die sich engagierenden Bürgern und Unternehmen attraktiv zu machen. Gerade für solche unternehmerische Ausgangsbedingungen, in denen zahlreiche Vereine, Personen, Kommunen und Gewerbetreibende zusammengeführt werden sollten, mache das Rechts- Wirtschafts- und Sozialformat der Genossenschaft ein belastbares Angebot.

Daniela Watzke unterstrich diese Aussage und führt hierzu die Erfahrungen einer vergleichbaren Region aus, die sich vor dem Ziel eine Gesundheitsregion zu etablieren genossenschaftlich organisiert hat.  Die bereits geleisteten, zum Teil differenzierten Vorabreiten der Gemeinden und der von diesen einbezogenen Experten verdeutlichte Matthias Schulz. Seinen äußeren Ausdruck fände die  – von Dr. Eggers ausdrücklich gewürdigten –
Vorarbeit, in der seit jüngster Zeit vorliegenden Broschüre zu den touristischen Angeboten des Lumdatals. Dabei seien die formulierten Strategien und Programmpunkte das Tal touristisch attraktiv zu machen natürlich für neue Ideen und Angebote offen. Gerade dies verspreche man sich initial von der abendlichen Informationsveranstaltung.

Die unter den Gästen anwesende Leiterin der VHS des Landkreises Gießen machte auf ihre Erfahrung aufmerksam, wie wichtig es sei früh „in die Köpfe“ der Menschen zu investieren. Gute touristische Angebote könnten nur dann funktionieren wenn neben dem Aufbau einer touristischen Infrastruktur, diese von begeisterten und fachkundigen Personen belebt würden. Frau Dr. Marianne Ebsen betonte, dass sie sich sehr gut ein VHS-Ausbildungsangebot für engagierte Bürger und Unternehmen zum Fremdenführer oder „Tourismus-Scout“  vorstellen könne.

Es war Bürgermeister Hormann, der die Ergebnisse des Abends dahingehend zusammen fasste, dass es sich hierbei um eine Auftaktveranstaltung gehandelt habe, er mit den erreichten Ergebnissen sehr zufrieden sei  und er gerne – abgestimmt mit seinen Bürgermeisterkollegen des Lumdatals – die weiteren Schritte begleiten und ermöglichen möchte. Hierzu wird eine Einladung an die Gäste und darüber hinaus an alle interessierte Bürger, Vereinen und Unternehmen erfolgen. Das nächste Treffen, in dem dann nähere Einzelheiten des weiteren Vorgehens vorgestellt bzw. erarbeitet werden sollen, ist bereits für die erste Hälfte Juni 2010 vorgesehen.

Moderiert wurde die Abendveranstaltung von Prof. Dr. Wolfgang George (Kooperatives Mittelhessen)

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