Mit gezieltem Bildungs- und Wissensmanagement aus der Wirtschaftskrise
Vorankündigung zur 1. Fachtagung Regionales Wissens- und Bildungsmanagement am 23.6.2009 in Gießen
Der Vortrag „Aufgabe, Rolle und Qualifikation des Wissensmanagers im Regionalen Wissens- und Bildungsmanagement“ von Prof. Dr. Gudrun Behm-Steidel aus Hannover, informiert über den Beruf des Informations- und Wissensmanagers, der sich aus dem Bibliothekar zu einer wichtigen Querschnittsfunktion in der Informations- und Wissensgesellschaft entwickelt. Neben der Qualifikation und dem Kompetenzprofil will Behm-Steidel vor allem die diversen Arbeitsfelder von Informations- und Wissensmanagern im regionalen Bildungs-, Informations- und Wissensmanagement darstellen (z.B. Bibliotheken, Schulen, Wirtschaft, Hochschulen, Wissenschaft & Forschung).Das breite Aufgabenspektrum und die wahrzunehmenden Funktionen zeigen die zukünftige Relevanz des Berufsfeldes für die Region und die Gesellschaft.
An der Beteiligung regionaler und kommunaler Akteure in der Arbeitsmarktpolitik gehe kein Weg vorbei - auch wenn die Strukturen der ARGEn verfassungswidrig und die Anlaufschwierigkeiten groß wären, sei doch der dort entwickelte Beratungsansatz ganzheitlich und innovativ, so Prof. Dr. Hans-Jürgen Weißbach aus Frankfurt. Sein Beitrag befasst sich mit der Frage, „wie man einen Weg zwischen der Scylla der bürokratisch-überzentralisierten gesamtstaatlichen Politik und der Charybdis des kommunalen Dilettantismus und der Klüngelei der Trägerverbünde finden kann.“
Frühkindliche Bildung ist die Basis des Schul- und späteren Berufserfolges, eines hohen Einkommens und hoher Staatseinkommen. Versäumnisse dort könnten de facto nicht mehr aufgeholt werden, so Dr. Gitta Egbers, die über „Frühkindliche Erziehung im Regionalen Wissens- und Bildungsmanagement“ referieren wird. Je später Maßnahmen einsetzen würden, desto schlechter wirken sie und desto teuerer sind sie (Beispiel Übergangssysteme, Umschulungen). Frühkindliche Bildung erziele hohe Bildungsrenditen für den Staat insgesamt, nicht unbedingt jedoch für die Kommunen, die diesen Bereich finanzieren. Ein föderaler Flickenteppich sorge für starke regionale Unterschiede in der frühkindlichen Bildung: Manche Kinder hätten schon vor dem ersten Schritt in unser Bildungssystem verloren - weil sie im falschen Ort und im falschen Bundesland aufwachsen, so Egbers.
Gemeinden, deren Grundschulen wegrationalisiert werden, verlieren einen wertvollen Bestandteil ihrer Attraktivität und Infrastruktur. In Wetzlar wurde eine Kleine Grundschule aufgebaut, die pädagogisch und organisatorisch zweckmäßige Alternativen bieten könnte, so Georg Pflüger, Schulleiter der Deutschen Fernschule e.V. in Wetzlar. Sein Workshop informiert darüber, wie das Wetzlarer Modell für ein regionales Bildungsmanagement fruchtbar gemacht werden kann.
Prof. Dr. Wolfgang George wird sich in seinen Ausführungen insbesondere auf die ökonomische Funktion und Auswirkung auf die Lebensqualität der Menschen in der Region konzentrieren. Ein funktionierendes Wissens- und Bildungsmanagement braucht nicht länger nach Begründungskernen und Legitimationsnotwendigkeiten zu suchen. Es ist eher so, dass sich wenn sich die regional zuständigen öffentlichen Akteure und deren Vertretungen — wenn Sie hier nicht tätig werden – in erheblichen Rechtfertigungszwang geraten werden. Es gilt demnach insbesondere bestehende Hindernisse zu erkennen und Wege der regionalen Umsetzung zu identifizieren.
Neben den Vorträgen werden die Workshops von besonderer Bedeutung sein.
1. Wissens- und Bildungsmanagement regional organisieren
2. Regionalentwicklung und Gründerzentren
3. Regionale Kooperation durch regionale Genossenschaften
4. Funktion Ziele und Aufbau von Schülergenossenschaften
In den durch Spezialisten moderierten Workshops erhalten die Besucher der Tagung die Möglichkeit ihre Interessen zu vertiefen. Ziel ist es hier praxisnahe in das Gespräch zu kommen.


