Kooperation als Gebot der Stunde
Berlin, 23.3.2009: GenoPortal, der Genossenschaftsverband, Frankfurt, und der Deutsche Städte- und Gemeindebund fördern Zusammenschlüsse von Genossenschaften in Städten und Gemeinden.
Wollen die Regionen und Kommunen in Zeiten der Krise wirtschaftlich bestehen, wollen sie ihre über die Jahre entwickelten Versorgungsangebote auch weiterhin für die Bürger aufrechterhalten, müssen die öffentliche Hand, der Mittelstand und die Bürger zukünftig sehr viel abgestimmter und wirtschaftlich kooperativer miteinander arbeiten als dies bisher der Fall war.
So lautet die Kernbotschaft der Kampagne „Regionale Kooperationen sichern regionale Lebensqualität“. Moderiert durch den Organisationswissenschaftler Dr. Wolfgang George aus Gießen, gaben die drei Partner auf einem Pressegespräch am 23. März 2009 in Berlin den Startschuss für eine bislang einzigartige Aktion zur Förderung des Genossenschaftsgedankens in Deutschland. Im Fokus stehen dabei die Bürgermeister, Landräte und Gemeindeverantwortlichen. Diese sollen über die bereits bestehenden genossenschaftlichen Lösungen weit zielgeleiteter als bisher informiert und beraten werden.
„Für nahezu sämtliche kommunale Problemlagen, aber auch dort entstehende neue Märkte bestehen erstklassige, zukunftsweisende Lösungen im Wirtschafts- und Rechtsformat der Genossenschaft“, betonte der Mitinitiator Martin Bonow vom Genossenschaftsverband, Frankfurt.
Diese seien vielfach nicht hinreichend bekannt. Ziel der Kampagne ist es, dies durch gemeinsame Informationen, Besuche und Fachtagungen zu ändern.
„Eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung ist ohne Kooperationen nicht mehr denkbar.“ So plädierte Prof. Dr. Klaus-Dirk Henke, Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität Berlin, in seinem Statement für neue Organisationsformen im Gesundheitsbereich, bei denen die Genossenschaft als krisensichere Rechtsform eine führende Rolle einnehmen sollte. „Ärzte und auch andere Gesundheitsberufler können durch genossenschaftliche Kooperationen neue Vertragsformen mit Effizienzressourcen und Qualität nutzen, um die Sicherstellung der professionellen ärztlichen Versorgung in den Regionen zu gewährleisten.“
Henke erläuterte darüber hinaus die Möglichkeiten zur Kooperation im Bereich der Gesundheitsgüter, aber auch der immer enger verbunden handelnden Leistungsanbieter. „Bedarfsgerecht und kostengünstig für alle Beteiligten können Kooperationen im Gesundheitsbereich mit keiner anderen Rechtsform als der Genossenschaft umgesetzt werden“, so das Credo Henkes.
„Fakt sei“, so Dr. Gerd Landsberg, Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, „dass in den Kommunen, in Städten und Gemeinden, der Gedanke einer Genossenschaftsgründung noch immer viel zu wenig verbreitet ist, obwohl doch mehr als 20 Millionen Bürger in Deutschland Mitglied in einer Genossenschaft sind.“
Die beiden eingeladenen Bürgermeister Hans-Josef Vogel (Arnsberg/NRW) und Andreas Memmert (Schladen/Niedersachsen) verdeutlichten die aktuelle Bedrohungslage, wie sie sich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ergebe. Immer mehr Gemeinden könnten ihre Angebote perspektivisch nicht aufrechterhalten. Die Gemeinden, Städte und Dörfer müssten in neuen Formen des Miteinanders wirtschaftlich und sozial aktiv werden. Dies betreffe die schulische Ausbildung-, ebenso wie Fragestellungen der Energiebereitstellung oder wie es gelingen kann, die zum Leben notwendigen Dienstleistungen vor Ort aufrechtzuerhalten.
Die Kampagnenpartner, die Bürgermeister und auch die eingeladenen Experten eint die Vision, dass die Durchführung des vielfältigen Programms der Kampagne dazu führt, die kommunalen Entscheidungsträger, den regionalen Mittelstand und insbesondere auch engagierte Bürgerinnen und Bürger zu neuen Formaten der Kooperation zu ermutigen und zu befähigen.
„Es ist nicht unser Ziel, die objektiv bestehende ökonomische und soziale Krise für unsere Kampagnenzwecke zu instrumentalisieren. Gleichwohl gilt es festzuhalten, dass sich gegenwärtig – wie unter einem Vergrößerungsglas – gesellschaftliche Defizite aufzeigen. Versäumnisse, die es dringend zu korrigieren gilt, ganz so wie zu Zeiten von Schulze-Delitzsch, dem Begründer des Genossenschaftswesens“, schloss George die Pressekonferenz.


