Heterogene Multi-stakeholder Genossenschaften als Modell für öffentliche Aufgaben

Prof. Dr. Hans-H. Münkner, Marburg empfiehlt Genossenschaften mit heterogener Mitgliederstruktur auch für öffentliche Aufgaben
In Zeiten des schnellen wirtschaftlichen, sozialen, demographischen und ökologischen Wandels zerfallen alte Strukturen (Familie, Gemeinde) und müssen durch neue, angepasste Organisationsmodelle ersetzt werden.
Zur Mobilisierung örtlicher Ressourcen, zur Aktivierung von Selbsthilfe und der Bereitschaft zu gegenseitiger Unterstützung bieten sich erprobte und neue Modelle von Selbsthilfeorganisationen an, hier insbesondere Genossenschaften mit heterogener Mitgliedschaft: Multi-stakeholder Genossenschaften, wie sie sich weltweit entwickelt haben.
In seinem Beitrag behandelt Prof. Dr. Hans-H. Münkner, Marburg das Thema „Kommunalen Kooperation“ in fünf Schritten: Nach der Definition der Begriffe Solidarwirtschaft und Gemeinwesenökonomie und einer Abgrenzung von Private Citizen Partnership (PCP) und Multi-stakeholder Genossenschaft (MSG) folgen eine Darstellung der MSG als Wirtschafts- und Rechtsform, ein europäischer Blick auf die Entwicklung von MSG, Überlegungen zur Möglichkeit der Errichtung von MSG nach deutschem Recht und ein Fazit.Kurzbiographie von Prof. Dr. Hans-H. Münkner
Geboren 1935. Jurastudium in Marburg, Mainz und Berlin 1955 - 1961, Abschluss mit 1. juristischem Staatsexamen. Ausbildung als Genossenschaftsberater für Entwicklungsländer 1962/63, 1970 Promotion zum Dr. jur. am Fachbereich Rechtswissenschaften der Philipps-Universität Marburg, mit einer Arbeit zum afrikanischen Genossenschaftsrecht. 1972 Ernennung zum Professor für in- und ausländisches Gesellschaftsrecht und Genossenschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg. 1972-1991 Mitglied des Direktoriums, von 1991 bis 2000 geschäftsführender Direktor des Instituts für Kooperation in Entwicklungsländern der Philipps-Universität Marburg. Seit 2000 im Ruhestand.
Gastprofessuren: 1982-1988 Universität Padjadjaran (UNPAD), Bandung, Indonesien; 1993 Universität Paris V, René Descartes.
Forschungsschwerpunkte: Gesellschaftsrecht und Bodenrecht der Entwicklungsländer, insbesondere Genossenschaftsrecht (Gesetzgebungsberatung) und Selbsthilfeförderung in Afrika und Asien, Einsätze als Berater im Rahmen internationaler (FAO, ILO, UNIDO UNDAT, IFAD) und bilateraler Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, FES, KAS) in Afrika, Asien, Pazifik, Lateinamerika. 1987-1991 Koordinator des Großprojekts der DG BANK „Strukturfragen der deutschen Genossenschaften“.
Gesetzgebungsberatung im Bereich Genossenschaftsrecht in Europa (Malta 1978/79); Afrika (Obervolta/Burkina Faso 1978-1980; Tansania 1982/83; Lesotho 1984; Guinea/Conakry 1985; Zimbabwe 1986-88; Kamerun 1990-92; Kenia 1994; Côte d’Ivoire 1995; Mauritius 1997); Asien (Singapur 1974/75; Thailand 1979/80 und 1994; Pakistan 1983; Malaysia 1989); Süd-Pazifik (Solomon Islands und Tuvalu 1987).
Mitgliedschaften: Seit 1973 Mitglied des Board of Trustees, seit 1992 Patron und seit 2009 Fellow der Plunkett Foundation for Co-operative Studies, Oxford. Seit 1974 Vorstandsmitglied der Gesellschaft für afrikanisches Recht. Mitglied des Grundwertekomitees und von der Reference Group für die Reform der Genossenschaftsprinzipien des Internationalen Genossenschaftsbundes (IGB), Genf (1990 bis 1995). 1994-1999 Mitglied des Beirates Bodenrecht und Bodenordnung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Eschborn. Mitglied der Faculté Européenne des Sciences du Foncier, Strasbourg. Seit 1990 Mitglied der Asociación Internacional de Derecho Cooperativo, Universidad de Deusto. Seit 1995 Ehrenmitglied der British Co-operative Law Association.
Prof. Dr. Hans Münkner ist ebenso Verfasser zahlreicher Bücher und Aufsätze über die Themen Genossenschaftstheorie, Recht der Selbsthilfeorganisationen, Selbsthilfeförderung, afrikanisches Bodenrecht, Recht und Entwicklung und Gesetzgebungsberatung.
Weitere Autoren und deren Buchbeiträge sind unter www.kommunale-kooperation.de zu finden.


