Auch Genossenschaften benötigen Unternehmertypen
Bisher über 400 interessierte Bürger, Gewerbetreibende und Gemeindevertreter haben die 5 Bürger-Roundtable des Kooperativen Mittelhessens besucht. Es ist nun Halbzeit und Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Das Interesse am Rechts-, Wirtschafts- und Sozialformat der Genossenschaft ist mehr als offensichtlich, so lautet das vorläufige Resümee des Organisationswissenschaftlers Wolfgang George. Genauso klar sei, dass die Rechtsform Genossenschaft perse natürlich nicht geeignet sei sanierungsbedürftige oder bisher als unmachbar bewertete Projekte in wirtschaftlich tragfähige Unternehmungen zu übersetzen!
Fachliches Vermögen, kaufmännischer Sachverstand und ein gehöriges Maß unternehmerisches Durchsetzungsvermögen wären Voraussetzungen auch um Genossenschaften erfolgreich zu betreiben. Es müssen insbesondere die jungen, „noch hungrigen“ Unternehmensgründer gewonnen werden, ein Tatbestand der immer als eine Voraussetzung für neue, erfolgreiche Unternehmen zu erkennen ist.
Durchsetzungsvermögen und Beharrlichkeit sind weitere Bedingungen eines Gründungsmillieus, denn natürlich würde ein vermeintlicher oder tatsächlicher Konkurrent nicht eben überall freundlich begrüßt. Auch wenn neue unternehmerische Produkte bzw. Dienstleistungen aus wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Gründen dringend benötigt würden.
Gerade weil dies so ist, gilt es nach regionalen Unternehmensformen zu suchen in welchen die Bürger stärker als bisher in bereits existierende, wirtschaftliche Kreisläufe einzubeziehen. Aus solch einer Bürgerförderung ergibt sich auch eine stärkere Bürgerverantwortung. Beides Elemente einer wünschenswerten demokratischen Kultur.
Insbesondere an dieser Strategie, der Bürgereinbeziehung in wirtschaftliche Kreisläufe und der sich aus dieser ergebenden Verantwortung für Politik, Wirtschaft und Bevölkerung würde auch in der 2. Hälfte der Roundtablegespräche in Mittelhessen konsequent angeschlossen.
Noch stärker als in der ersten Halbzeit soll dabei daraufhin gewirkt werden, dass Anschlußveranstaltungen durchgeführt würden in welchen dann die konkrete Projektarbeit aufgenommen werden kann. Die Verantwortlichen von Kooperatives-Mittelhessen sind zuversichtlich, dass das ein oder andere Saatkorn aufgehen und zu einer stabilen Ähre führen wird.
Erfreulich ist auch die Nachricht, dass inzwischen über 2000 Besucher monatlich das Informationsangebot www.kooperatives-mittelhessen.de nutzen.
Wir würden uns darüber freuen, wenn auch Sie zukünftig zu dieser Gruppe gehören würden. Sie können sich auch gerne unter http://groups.google.de/group/kooperatives-mittelhessen bei uns anmelden.
All diesen unternehmerischen Anforderungen bzw. denen der unterschiedlichen Branchen in welchen neue Genossenschaften — insbesondere unter Beteiligung der Bürger, der öffentlichen Hand und der Kommunen – sich etabliert haben oder doch auf dem besten Weg dahin sind, dient der am 25.11.2010 in Gießen stattfindende Fachkongress (www.kommunale-kooperation.de), zu welchem eine Registrierung ab dem 10.4. 2010 möglich ist.















